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Der Palmesel Peter
„Peter! Raus aus den Federn, jetzt aber!“
Die Stimme seiner Mutter hallte zum dritten Mal durch das knarrende Bauernhaus. Doch unter der schweren Federdecke rührte sich kein Fünkchen Leben. Peter zog die Decke nur noch tiefer bis zu den Ohren.
Draußen flutete die Morgensonne durch die schmalen Fenster. Aus der Küche stieg verführerisch der Duft von frischem Kaffee und süßem Hefezopf empor. Die Hühner gackerten geschäftig über den Hof, während irgendwo seine Vater mit den Milchkannen klapperte.
Es war der Sonntag vor Pfingsten – ein Tag voller Traditionen.
Wie jedes Jahr herrschte im Dorf eine ganz besondere Regel:
Wer an diesem Morgen als Letzter das Bett verließ, wurde zum „Palmesel“ erklärt.
Peter kannte das natürlich genau. Aber mit seinen elf Jahren liebte er den Schlaf über alles und dachte sich ganz unbesorgt:
„Ach, bestimmt wird diesmal mein Bruder Franz erwischt.“
Endlich rutschte er verschlafen die knarrende Holztreppe hinunter. Unten saßen längst alle am Tisch. Die Mutter grinste verschmitzt, und der Vater hob langsam die Augenbrauen.
Dann brach seine Schwester Leni in lautes Lachen aus.
„Seht her, da kommt der Palmesel!“
Sofort stimmten die anderen ein mit frechem Geschrei:
„Iaahh! Iaahh! Peter ist unser Palmesel!“
Peter wurde knallrot vor Verlegenheit.
„Ach, lasst mich doch in Ruh“, murmelte er und schnappte sich beleidigt ein großes Stück vom Hefezopf.
Doch schlechte Laune hielt bei ihm nie lange an. Denn eigentlich gehörte der kleine Spott wie ein bunter Farbtupfer ganz fest zu Pfingsten dazu. Im ganzen Dorf wurde lauthals gelacht und geflucht, wenn jemand wieder einmal zu spät aus den Federn kroch.
Später erzählte die Großmutter mit einem Lächeln, dass das schon früher so gewesen sei, als sie selbst noch ein Kind war. Damals hatten die Kinder sogar kleine Strohkronen gebastelt oder dem „Palmesel“ einen alten, schiefen Hut aufgesetzt.
Peter musste schließlich selbst lachen.
„Na gut, dann bin ich eben der Palmesel“, sagte er und biss herzhaft in seinen süßen Hefezopf.
Draußen läuteten die Kirchenglocken, und der Duft von Flieder verströmte seinen betörenden Zauber durch den warmen Frühlingsmorgen. Die Familie machte sich langsam bereit für den Kirchgang.
Viele Jahre später lächelte Peter jedes Mal verschmitzt bei dem Wort „Palmesel“ und erinnerte sich gern an diesen besonderen Morgen zurück.
Weißt du noch?
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Wer war bei euch früher immer der Langschläfer?
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Diese inspirierenden Erzählungen sind sowohl für Angehörige als auch für Betreuungspersonal gedacht, die den Wunsch hegen, Menschen mit Demenz auf einfühlsame und kreative Weise zu begleiten. Sie entfalten praktische Gesprächsimpulse, die den Alltag nicht nur bereichern, sondern auch zu wahren, berührenden Augenblicken voller Bedeutung führen können.

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