Praktische Tipps & inspirierende Ideen

 

 

Auf dieser Seite finden Sie praktische Ratschläge und inspirierende Tipps, die speziell für Angehörige und Betreuungskräfte von Menschen mit Demenz entwickelt wurden. Manchmal genügt ein kleiner Hinweis, um eine schwierige Situation zu bewältigen oder neu zu bewerten. Unser Ziel ist es, Ihnen Hoffnung zu schenken und konkrete Hilfestellungen für den Alltag zu bieten.

Häufig gestellte Fragen zu Demenz und Erinnerungen

Hier beantworten wir einige der wichtigsten Fragen rund um die Betreuung von Menschen mit Demenz. Unsere Tipps sollen Ihnen dabei helfen, den Alltag zu erleichtern und wertvolle Momente zu schaffen. Erinnerungen sind kostbar – meine Bücher helfen, sie zu bewahren und zu teilen.

Wie kann ich am besten eine Gesprächssituation beginnen

Beginnen Sie das Gespräch ruhig und wertschätzend. Stellen Sie offene Fragen, die Erinnerungen und Gefühle ansprechen, zum Beispiel: „Erzähl mir von früher“ oder „Was hast du als Kind besonders gerne gemacht?“ Wichtig ist, keinen Druck aufzubauen. Lassen Sie Zeit zum Antworten und hören Sie aufmerksam zu. Auch Fotos, Musik oder vertraute Gegenstände können helfen, ein Gespräch liebevoll zu beginnen.

Was mache ich, wenn mein Angehöriger nicht reagiert?

Wichtig: Nicht als „Nicht-Wollen“ verstehen

Oft ist es kein Trotz und keine Absicht, sondern Überforderung. Eine Frage kann für einen Menschen mit Demenz schon zu viel sein, besonders wenn sie offen gestellt ist:

„Was möchtest du heute machen?“
„Was willst du essen?“
„Erinnerst du dich noch an …?“

Solche Fragen verlangen Verstehen, Entscheiden, Erinnern und Antworten zugleich.

So kannst du besser reagieren

1. Weniger fragen, mehr anbieten

Statt:

„Was möchtest du trinken?“

besser:

„Ich habe dir Tee mitgebracht.“
„Hier ist dein Wasser.“
„Magst du lieber Tee oder Wasser?“

Also höchstens zwei einfache Möglichkeiten geben.

2. Ja-/Nein-Fragen stellen

Statt:

„Was möchtest du anziehen?“

besser:

„Möchtest du den blauen Pullover?“
„Ist dir kalt?“
„Sollen wir uns hinsetzen?“

Das National Institute on Aging empfiehlt bei Alzheimer unter anderem einfache Ja-/Nein-Fragen und bei Nichtverstehen eine ruhige Wiederholung mit anderen Worten.

3. Zeit lassen

Nach einer Frage wirklich warten. Nicht sofort wiederholen, nicht drängen. Menschen mit Demenz brauchen oft länger, um Sprache zu verarbeiten. Alzheimer Schweiz empfiehlt, Zeit zum Antworten zu lassen und auch auf Körpersprache zu achten.

4. Nicht abfragen

Vermeide möglichst Sätze wie:

„Weißt du noch, wer ich bin?“
„Was hast du heute gegessen?“
„Erinnerst du dich nicht?“

Das kann beschämen oder verunsichern. Besser ist:

„Ich bin Petra. Ich setze mich ein bisschen zu dir.“
„Heute ist ein ruhiger Tag. Ich bin da.“
„Schau mal, ich habe ein Foto mitgebracht.“

5. Über Gefühle reagieren, nicht nur über Worte

Wenn keine Antwort kommt, beobachte: Wirkt dein Angehöriger ängstlich, müde, abwesend, gereizt, traurig? Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft rät, ruhig und sanft zu sprechen, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und auf die Gefühle der betroffenen Person zu reagieren.

Du kannst sagen:

„Es ist gerade schwer, hm?“
„Du musst nichts sagen.“
„Ich bleibe einfach einen Moment bei dir.“
„Alles gut. Wir machen langsam.“

Eine gute Grundhaltung

Sehr hilfreich ist dieser innere Satz:

Ich muss keine Antwort erzwingen. Ich darf Sicherheit geben.

Manchmal ist ein gutes Miteinander ohne viele Worte möglich: Hand halten, gemeinsam Musik hören, ein Foto anschauen, etwas falten, Tee trinken, aus dem Fenster schauen.

Achte auf mögliche Ursachen

Wenn er plötzlich deutlich weniger spricht oder kaum noch reagiert, sollte man nicht automatisch sagen: „Das ist nur die Demenz.“ Plötzliche Veränderungen können auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Infekt, Schmerzen, Flüssigkeitsmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder ein Delir. Ein Delir beginnt oft plötzlich und braucht medizinische Abklärung; es gilt nicht als normaler Zustand.

Kleine Sätze für den Alltag

Du kannst dir solche Sätze zurechtlegen:

„Du musst nicht antworten. Ich bin da.“
„Wir machen eins nach dem anderen.“
„Ich helfe dir, ganz langsam.“
„Schau, ich zeige es dir.“
„Ist das so angenehm?“
„Wir setzen uns erst einmal hin.“

Welche Themen eignen sich besonders gut für Erinnerungsarbeit?

Themen, die oft besonders leicht funktionieren

1. Essen, Küche und Gerüche

Das ist eines der besten Themen, weil es nicht nur über Sprache läuft. Man kann mit Bildern, Gewürzen, Rezepten oder kleinen Kostproben arbeiten.

Beispiele:

„Gab es früher oft Suppe?“
„Wurde sonntags besonders gekocht?“
„Kennst du noch den Duft von frisch gebackenem Kuchen?“

2. Alte Fotos und Gegenstände

Fotos, Gegenstände, Musik und vertraute Dinge können wie „Türöffner“ wirken, weil sie nicht nur den Kopf, sondern auch Gefühl und Sinne ansprechen. Die Alzheimer Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern beschreibt solche Erinnerungsschlüssel als Möglichkeit, leichter ins Gespräch zu kommen.

Geeignet sind zum Beispiel:

  • alte Familienfotos
  • Kochlöffel, Kaffeemühle, Nähzeug
  • alte Ansichtskarten
  • Taschentuch, Rosenkranz, Schmuckstück
  • Handtasche, Geldbeutel, altes Bügeleisen
  • Musik von früher

3. Jahreszeiten

Jahreszeiten sind sehr dankbar, weil sie immer wiederkehren und Orientierung geben.

Frühling: Garten, erste Blumen, Ostern, Frühjahrsputz
Sommer: Baden, Heuernte, Ferien, Eis, Gewitter
Herbst: Ernte, Einkochen, Kartoffelfeuer, Schulanfang
Winter: Schnee, Weihnachten, Ofenwärme, Plätzchen, Kerzen

4. Arbeit und Können

Dieses Thema ist sehr wertvoll, weil es Menschen mit Demenz nicht auf ihre Krankheit reduziert. Es erinnert daran:

„Ich konnte etwas. Ich wurde gebraucht. Mein Leben hatte Bedeutung.“

Fragen dazu:

„Was hast du früher gearbeitet?“
„Was konntest du besonders gut?“
„Gab es etwas, worauf du stolz warst?“

Vorsicht bei belastenden Themen

Nicht jedes Lebensthema eignet sich automatisch. Themen wie Krieg, Flucht, Verlust, Tod, Armut, Gewalt, schwere Krankheiten oder familiäre Konflikte können schmerzhafte Erinnerungen auslösen. Biografiearbeit hat Grenzen; sie sollte nicht drängen oder alte Verletzungen aufreißen.

Besser ist: Wenn die Person selbst davon erzählt, ruhig zuhören. Aber nicht gezielt bohren.

Statt:

„Wie schlimm war das damals im Krieg?“

lieber:

„Das war sicher keine leichte Zeit.“
„Du hast viel erlebt.“
„Ich bin jetzt bei dir.“

Gute Fragen sind einfache Fragen

Bei Demenz sollten Fragen möglichst kurz, konkret und nicht prüfend sein. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft empfiehlt, die Würde zu wahren, unnötige Korrekturen zu vermeiden und die eigene Realität des Betroffenen ernst zu nehmen.

Gut sind Fragen wie:

„Gab es früher einen Garten?“
„Wurde bei euch gesungen?“
„Hattet ihr Tiere?“
„Gab es sonntags Kuchen?“
„Warst du gern draußen?“

Nicht so gut sind Fragen wie:

„Weißt du noch genau, wann das war?“
„Wie hieß deine Lehrerin?“
„Warum erinnerst du dich daran nicht mehr?“

Das wirkt schnell wie eine Prüfung.

Meine beste Themenliste für die Praxis

Für Angehörige, Betreuungskräfte und Gruppen würde ich besonders diese Themen nehmen:

  1. Kindheit und Zuhause
  2. Schule und Schulweg
  3. Spiele von früher
  4. Kochen, Backen und Lieblingsgerichte
  5. Feste im Jahreskreis
  6. Musik und alte Lieder
  7. Tiere und Haustiere
  8. Garten, Blumen und Natur
  9. Beruf und frühere Aufgaben
  10. Sonntage, Kirche, Besuch und Familie
  11. Urlaub, Ausflüge und Reisen
  12. Mode, Tanz und Ausgehen
  13. Handarbeiten, Reparieren, Werken
  14. Einkaufen früher
  15. Waschen, Putzen, Haushalt früher

Ein guter Einstiegssatz

Sehr schön und drucklos ist:

„Ich habe etwas mitgebracht, das mich an früher erinnert. Vielleicht fällt dir dazu etwas ein – und wenn nicht, ist das auch in Ordnung.“

Das nimmt den Druck heraus. Genau das ist bei Biografiearbeit wichtig: nicht abfragen, sondern einladen.

Wie kann ich eine positive Atmosphäre schaffen?

Grundgedanke

Eine positive Atmosphäre entsteht bei Menschen mit Demenz vor allem durch:

Sicherheit, Ruhe, Wertschätzung, Vertrautheit und das Gefühl: „Ich bin angenommen, auch wenn ich etwas nicht mehr kann.“

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft empfiehlt ausdrücklich eine ruhige Umgebung, sanftes Sprechen, Reagieren auf Gefühle und eine entspannte Atmosphäre. Auch gute Beleuchtung, Ruhezeiten und beruhigender Körperkontakt können helfen. (Deutsche Alzheimer Gesellschaft)


1. Ruhig und langsam beginnen

Menschen mit Demenz spüren oft sehr stark, ob jemand gestresst, ungeduldig oder angespannt ist. Deshalb ist der eigene Einstieg wichtig.

Besser:

„Guten Morgen, ich bin da.“
„Wir machen ganz langsam.“
„Du musst nichts leisten.“
„Alles ist gut.“

Nicht gleich viele Fragen stellen. Nicht sofort korrigieren. Nicht mehrere Dinge gleichzeitig sagen.


2. Die Umgebung angenehm machen

Eine reizüberflutete Umgebung kann Unruhe verstärken. Hilfreich sind:

Eher ungünstig: ruhiger Fernseher im Hintergrund, dunkle Ecken 

Besonders Schatten, Dunkelheit oder laute Geräusche können verunsichern. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft weist darauf hin, dass gut beleuchtete Ecken helfen können, Angst durch Schatten zu vermeiden. (Deutsche Alzheimer Gesellschaft)


3. Nicht „abfragen“, sondern einladen

Bei Demenz wirken Fragen schnell wie eine Prüfung.

Statt:

„Weißt du noch, wer das ist?“
„Was hast du heute gemacht?“
„Warum hast du das vergessen?“

lieber:

„Schau mal, das ist ein schönes altes Foto.“
„Das war bestimmt eine besondere Zeit.“
„Ich setze mich einfach zu dir.“
„Vielleicht fällt dir etwas dazu ein.“

Das nimmt Druck heraus. Der Mensch darf erzählen, muss aber nicht.


4. Gefühle ernst nehmen, nicht die Realität diskutieren

Wenn jemand sagt:

„Ich muss nach Hause.“

Dann nicht hart widersprechen:

„Du bist doch zu Hause!“

Besser:

„Du möchtest dich sicher fühlen.“
„Du vermisst dein Zuhause.“
„Erzähl mal, wie war es dort?“

Bei Demenz ist oft nicht die sachliche Aussage das Wichtigste, sondern das Gefühl dahinter. Alzheimer Schweiz beschreibt, dass Menschen mit Demenz stark auf Körpersprache, Berührung und den Klang der Stimme reagieren. (Alzheimer Schweiz)


5. Vertraute Dinge nutzen

Sehr gut geeignet sind:

  • alte Fotos

  • bekannte Lieder

  • Sprichwörter

  • vertraute Gerüche, zum Beispiel Kaffee, Lavendel, Kuchen

  • weiche Stoffe

  • alte Gegenstände: Kochlöffel, Nähzeug, Ansichtskarten, Handtasche

  • jahreszeitliche Dinge: Blumen, Tannenzweig, Herbstlaub

Biografie- und Erinnerungsarbeit kann Kommunikation fördern, kognitive Fähigkeiten anregen und die Lebensqualität verbessern. Schöne Erinnerungen können außerdem Selbstbewusstsein und Wohlbefinden stärken. 


6. Musik einsetzen

Musik ist oft ein sehr guter Zugang. Viele Menschen mit Demenz reagieren auf alte Lieder, Volkslieder, Schlager, Kirchenlieder oder Musik aus ihrer Jugend.

Du kannst sagen:

„Ich mache mal leise Musik an.“
„Das Lied kennst du vielleicht.“
„Wir hören einfach nur zu.“

Nicht erwarten, dass die Person mitsingt. Wenn sie mitsummt, lächelt oder ruhiger wird, ist das schon viel.


7. Kleine Erfolgserlebnisse ermöglichen

Eine positive Atmosphäre entsteht, wenn der Mensch sich nicht hilflos fühlt.

Geeignet sind einfache Tätigkeiten:

  • Servietten falten

  • Wäsche zusammenlegen

  • Blumen sortieren

  • Teig rühren

  • Fotos anschauen

  • Knöpfe sortieren

  • Kräuter riechen

  • gemeinsam Tisch decken

Wichtig: Nicht bewerten.

Statt:

„Das ist falsch.“

lieber:

„Danke, das hilft mir.“
„Schön, dass du mitmachst.“
„So ist es gut.“


8. Körperkontakt behutsam anbieten

Manche Menschen mögen eine Hand auf der Schulter, Handhalten oder eine Handmassage. Andere mögen es nicht. Deshalb immer auf Reaktion achten.

Gut:

„Darf ich deine Hand nehmen?“
„Ist das angenehm?“

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt beruhigenden Körperkontakt und zum Beispiel eine Handmassage mit einem vertrauten Duftöl als mögliche Hilfe. 


9. Einen guten Tagesrhythmus schaffen

Viele Menschen mit Demenz fühlen sich sicherer, wenn der Tag vorhersehbar ist.

Hilfreich sind feste kleine Rituale:

Mögliches Ritual Morgen gemeinsam Kaffee oder Tee trinken

Vormittag kurzer Spaziergang oder Musik 

Mittag ruhiges Essen ohne Ablenkung

Nachmittag Fotoalbum, Lied, kleine Tätigkeit

Abend gedämpftes Licht, ruhige Stimme, keine Diskussionen

Ein gleichmäßiger Tagesablauf kann Sicherheit geben und Überforderung verringern. Auch der Demenz-Ratgeber des Bundesgesundheitsministeriums betont, dass ein geregelter Tagesablauf bei Gedächtnisstörungen helfen kann. 


10. Gute Sätze für eine positive Atmosphäre

Diese Sätze sind oft hilfreich:

„Ich bin da.“
„Du bist nicht allein.“
„Wir machen langsam.“
„Du musst nichts wissen.“
„Das ist in Ordnung.“
„Ich helfe dir.“
„Wir schauen einfach mal.“
„Das hast du gut gemacht.“
„Schön, dass du hier bist.“


Was man möglichst vermeiden sollte

  • Vermeiden:Warum? Diskutieren führt oft zu Stress,
  • korrigieren beschämt oder verunsichert
  • viele Fragen stellen überfordert
  • hetzen verstärkt Angst
  • laut werden macht unsicher
  • vor anderen bloßstellen verletzt die Würde
  • „Das habe ich dir doch gesagt“hilft nicht, erhöht nur Druck

Ein einfacher Leitsatz

Nicht überzeugen, sondern beruhigen. Nicht abfragen, sondern begleiten. Nicht korrigieren, sondern Sicherheit geben.

Das ist oft der Schlüssel zu einer guten Atmosphäre.

Soll ich die Erinnerungen meines Angehörigen korrigieren, wenn sie falsch sind?

Diese Frage beschäftigt viele Angehörige -und die Antwort ist meistens NEIN, besser nicht.

Warum nicht korrigieren?

Für einen Menschen mit Demenz ist seine Erinnerung in diesem Moment seine Realität. Wenn wir diese korrigieren, kann das Verwirrung,Trauer, Scham oder sogar Aggressionen auslösen. Der Betroffene fühlt sich missverstanden oder nicht ernst genommen.

Was ist besser?

Mitgehen n der Erinnerung - Hören Sie zu und zeigen Sie Interesse, auch wenn die Erinnerung nicht ganz stimmt.

Gefühle bestätigen - Sagen Sie z.B." das klingt schön" oder " das war sicher eine tolle Zeit".

Sanft ablenken - Wenn eine Erinnerung Unruhe auslöst, lenken Sie das Gespräch behutsam auf etwas Positives.

Nicht streiten - Ein Streit über Fakten bringt niemand weiter und verletzt nur

Wann doch eingreifen? Nur wenn die falsche Erinnerung gefährlich wird - z.B. wenn der Betroffene glaubt, er muss jetzt zur Arbeit fahren oder das Haus verlassen - dann ist ruhiges, liebevolles Umleiten wichtig.

Das wichtigste: Nicht die Fakten zählen, sondern das Wohlbefinden und die Würde des Menschen. Liebe und Geduld sind die beste Medizin.

 

Wie gehe ich mit wiederholten Fragen um?

Wiederholte Fragen entstehen oft aus Unsicherheit, Angst oder Vergesslichkeit. Versuchen Sie ruhig und geduldig zu antworten, auch wenn die Frage schon mehrfach gestellt wurde. Kurze, klare Antworten helfen mehr als lange Erklärungen. Manchmal ist es sinnvoll, die Aufmerksamkeit liebevoll auf etwas anderes zu lenken oder mit Notizen, Bildern oder festen Routinen Sicherheit zu geben. Wichtig ist: nicht vorwerfen oder sagen „Das habe ich doch schon gesagt“, sondern Verständnis zeigen und beruhigen.

Gibt es spezielle Aktivitäten, die die Erinnerung fördern?

Ja! Es gibt viele schöne Möglichkeiten, Erinnerungen sanft zu wecken:

Musik hören - besonders Lieder aus der Jugendzeit wirken oft wie ein Schlüssel zur Vergangenheit.

Alte Fotos anschauen - gemeinsam durh Fotoalben blätttern und über frühere Zeiten sprehen.

Erinnerungsbücher lesen - wie meine " Weißt du noch? " - Bücher, die gezielt Erinnerungen ansprechen.

Kochen und Backen - vertraute Rezepte und Düfte wecken tiefe Erinnerungen.

Gartenarbeit - einfahe Tätigkeiten draußen fördern Wohlbefinden und Erinnerung.

Bastln und Handarbeiten - einfache bekannte handwerkliche Tätigkeiten aktivieren das Gedächtnis.

Tiere - der Kontakt mit Tieren kann Erinnerungen und positive Gefühle auslösen.

Düfte und Aromen - Lavendel, frisches Brot, Kaffee - Gerüche wecken starke Erinnerungen

Alte Filme oder Serien - bekannte Filme aus früheren Jahrzehntenansehen.

Vorlesen - Gedichte, Märchen oder Geschichten aus der Kindheit

Malen oder Zeichnen - auch einfache Malvorlagen sind wunderbar.

Massage oder Handhalten - Berührungen geben Sicherheit und Geborgenheit

Spaziergänge - in vertrauter Umgebung, z.B. im alten Wohnviertel

Geeinsames Singen - alte Volkslieder oder Kirchenlieder

Vertraute Gegenstände - alte Altagsgegenstände in die Hand nehmen und darüber sprechen.

Blumen arrangieren - kreativ und entspannend

Reiseerinnerungen - ate Urlaubsfotos oder Postkarten anschauen und über Reisen sprechen

Musik selbst machen - einfache Instrumente spielen wie Mundharmonika oder Handtromme

Schachtel mit Erinnerungsstücken - eine  "Erinnerungsbox" mit persönlichen Gegenständen zusammenstellen

 

 

Wo finde ich weitere Unterstützung und Informationen?

Hilfe und Informationen finden Angehörige bei folgenden Stellen:

Deutsche Alzheimer Gesellshaft - alzheimer.de Beratung

Selbsthilfegruppen und Infomaterial

Telefonseelsorge - 0800 111 0 111 kostenlos 24h - für Angehörige in shwierigen Situationen

Pflegetelefon - 030 20179131 - Beratung Rund um Pflege und Deenz

Hausarzt und Neurologe - erste Anlaufstelle für medizinishe Fragen

Pflegestützpunkte - lokale Beratungsstellen in Ihrer Nähe

Selbsthilfegruppen - Austausch mit anderen betroffenen Familien